Tim-Oliver Schulz am 17. November 2008

Hier gehts zum Video-Tutorial!

Nicht nur bei dem Thema “Beauty-Retusche” spielt das Weichzeichnen der Haut eine entscheidende Rolle. Oft sieht man Bilder, bei denen diese Weichzeichnung so extrem angewandt wurde, dass dem Model sämtliche Gesichtszüge fehlen. Die Haut wirkt dann künstlich und der eigentliche Mensch mutiert zu einer Puppe.

Deshalb möchte ich Dir heute einen Tipp geben, wie Du ganz einfach mit Hilfe von Photoshop eine natürlicher wirkende Hautweichzeichnung erreichen kannst, bei der Poren und Gesichtszüge erhalten bleiben.

Werfen wir zunächst einen Blick auf den Vorher-Nachher-Effekt:

Wie Du diesen Effekt auch bei Deinen Bildern erreichen kannst, zeige ich Dir in den folgenden Schritten:

1. Schritt:
Hast Du das zu bearbeitende Bild in Photoshop geöffnet, solltest Du zunächst eine Ebenenkopie anlegen. Ziehe dazu die Bildebene einfach auf das Symbol “Neue Ebene” und nenne diese Ebene “Weichzeichnung”. Als nächstes weist Du dieser neuen Ebene die Eigenschaft “Strahlendes Licht” zu. Dein Bild sollte nun in etwa so aussehen.

2. Schritt:
In diesem Schritt bereitest Du nun die “Porenauswahl” vor. Dazu wählst Du zunächst unter “Bild -> Anpassungen -> Umkehren” (Str + i). Jetzt nicht erschrecken! Sollte Dein Bild nun etwa so aussehen, hast Du alles richtig gemacht und wir können zum nächsten Schritt übergehen.

3. Schritt:
Hier musst Du nun bestimmen, wie viel von den Poren nach der Beabeitung noch zu sehen ein soll. Wähle dazu unter “Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gaußscher Weichzeichner” aus. Jetzt kannst Du über den Radius bestimmen, wie viel Struktur die Haut noch aufweisen soll. Achte allerdings darauf, dass Du nicht zu viel oder zu wenig Hautstruktur einstellst. Zu wenig führt zu einer fast puppenhaften Haut, wobei zu viel keine wirkliche Verbesserung bringen wird. Ich benutze hier meistens Werte zwischen 2 und 4 Pixeln.

4. Schritt:
Das Foto sieht jetzt noch etwas merkwürdig aus. Deshalb wendest Du den “Filter -> Sonstige Filter -> Hochpass” auf die Ebene Weichzeichnung an. Wie Du bestimmt gemerkt hast, hat sich nun diese Weichzeichnung auf Dein gesamtes Bild ausgewirkt. Das soll so natürlich nicht sein, da wir im Gesicht z.B. unbedingt die Augen knackig scharf haben sollten. Also musst Du nun bestimmen, in welchen Bildbereichen und in welcher Stärke der Weichzeichnungseffekt wirken soll. Lege dazu eine Ebenenmaske auf der Ebene “Weichzeichnung” an und fülle diese mit Schwarz. Dadurch wird der Effekt nun komplett ausgeblendet. Wähle nun das Pinselwerkzeug aus und stelle die Vordergrundfarbe auf Weiß. Die Deckkraft der Pinselspitze solltest Du erheblich verringern, um die Weichzeichnung gezielter einzusetzen. Ich verwende hier meist Werte zwischen 10 und 20%. Die Härte des Pinsels solltest Du auf 0 setzen, um weiche Übergänge zu erzielen.

Hast Du den Pinsel so eingestellt, kannst Du nun beginnen damit in der Ebenenmaske zu malen, um die Weichzeichnung in den gewünschten Bereichen wirken zu lassen. Du wirst merken, dass die Haut weicher wird, ohne die Poren zu entfernen. Achte beim “Malen” darauf, dass Du die Pinseldeckkraft in Gesichtern möglichst gering wählst. In anderen Körperbereichen kannst Du ruhig mit einer höheren Deckkraft arbeiten. Hast Du Dich vermalt, kannst Du die Vordergrundfarbe auf Schwarz stellen und damit die Änderungen in der Ebenenmaske rückgängig malen.

Ergebnis:
Wenn Du nun Dein Ergebnis mit der ursprünglichen Version vergleichst, solltest Du feststellen, dass die Haut schön weich geworden ist, aber trotzdem noch genug Struktur enthält, um sie natürlicher wirken zu lassen.

Noch Fragen? Wie wärs mit einem Video zu dem Tutorial? Hier gehts weiter!

Ich hoffe ich konnte Dir mit diesem kleinen Tutorial weiterhelfen. Hast Du noch Fragen, Anregungen oder weitere Tipps? Dann immer her damit!

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7 Kommentare zu “Photoshop Tutorial - Haut natürlich weichzeichnen”

  1. congratz.
    sehr schöne arbeit.
    ich kann diese weichzeichner-gesichter im kino gar nicht mehr ab. das verdirbt mir den ganzen film.

    mal bei hancock drauf geachtet?
    am ende gibts so ne szene im krankenhaus und da werden bei nem gespräch zwischen hancock und der frau abwechselnd ihre gesichter gezeigt.das von der frau ist so übermäßig weichgezeichnet, das tut einfach nur weh :D

  2. Dankeschön!
    Speziell bei Hancock hab ich noch nicht drauf geachtet…
    Super übertrieben wird die Weichzeichnung immer auf diesen tollen TV-Zeitungs-Covern! Letztens hätte ich z.B. Sonya Kraus nicht erkannt, wenn es nicht dabeigestanden hätte! Und wollte es trotz Texthilfe immer noch nicht glauben :-D

  3. Nö ich kriegs nicht hin o.o ich bin zu doof dazu, keine ahnung. klingt ja alles schön und gut, aber ich kriegs nicht hin.

  4. Hmm… Fail?
    Wo klemmts denn?

  5. Prima Workshop mit einer sehr schönen Technik!
    Ich kenne eine ganze Reihe von Möglichkeiten die Haut weicher zu gestalten. Diese gefällt mir aber besonders, da die Hautstruktur erhalten bleibt.
    Besonders flexibel bleibt man wenn man den Gaußschen Weichzeichner und den Hochpass als Smartfilter anwendet - sehr zu empfehlen!

  6. Hallo Tim-Oliver,

    bin über Google über deine Seite gestolpert (bezüglich Weichzeichnen).
    Deswegen meine Frage an dich…wie bekomme ich ähnliche Effekte wie auf dieser Website (http://www.photolife.at/) zusammen? Habe immer an die hundert Bilder zu bearbeiten, deswegen sollte das relativ einfach gehen. Vielleicht könntest du mir helfen? Vielen Danke!

  7. Hey Emanuel,

    was für Effekte meinst Du auf der Seite?
    Das is doch eine von diesen “grandiosen” Party-Pic Seiten…

    Um relativ viele Fotos schnell zu bearbeiten würd’ ich Dir Adobe Lightroom empfehlen. Ein Bild auswählen und bearbeiten, dann die Anpassungen auf alle anderen Bilder duplizieren… fertig. Für Partyschüsse absolut ausreichend…

    Vielleicht können das aber auch schon günstigere Programme.

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